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09.10.2015

Die Sache mit dem eigenen Stil...


Ich stehe vor dem Toilettenwagen und warte, als mich ein Typ anspricht. "Darf ich dir mal was sagen?" Bevor ich überhaupt antworten oder auch nur meinen Mund zum Luftholen öffnen kann, redet er schon weiter. "Dein Kleid ist super, steht dir...aber wirklich hierhin passt du damit nicht oder?" Ich muss lachen. Er ist nicht der Erste, der mir das in dieser Nacht sagt. Nein, ich falle mit meinem roten Kleid mit Cut Outs und den Boots wirklich auf, zwischen all den Mädels in Leggings, Croptops und Nikes, zwischen all den Leuten in ihren typischen Electropartylooks. "Weißt du, das ist mir egal. Soll ich etwa etwas tragen, nur weil alle es tragen und mich dann damit unwohl fühlen?". Er nickt, stimmt mir zu, murmelt noch etwas und verschwindet schließlich ebenso schnell, wie er gekommen war.

Nicht reinpassen. Anders sein. Das wollte ich lange ganz bewusst. Auffallen. Nicht nur Jeans und T-Shirt tragen. Mit 14 konnte der Ausschnitt gar nicht tief genug und der nicht verblendete Pink-Schwarze-Lidschatten nicht dick genug aufgetragen sein. Findet man als Teenie beim Shoppen mit der besten Freundin ein Oberteil, welches beiden gefällt, wird es gekauft. Egal, ob einem die Farbe überhaupt nicht steht oder es im Nachhinein betrachtet eigentlich furchtbar hässlich ist. Irgendwann geht diese Phase vorbei und man versucht, sich endlich selbst zu kreieren, auch in Sachen Kleidung. Doch den eigenen Stil zu finden, stellt sich oftmals als schwieriger heraus als gedacht.
Als ich angefangen habe, diesen Blog zu scheiben, war ich gerade mal 17, hatte die Realschule hinter mir und war in die Oberstufe gewechselt. Zu Anfang habe ich den Blog wirklich wie ein Tagebuch behandelt, ohne Fokus auf diesen ganzen Modezirkus. Mein allererster Post handelte von einem Ausflug mit meinem damaligen Freund in den Zoo. Das änderte sich, als ich ein paar Monate später eine pinke Digitalkamera bekam und die ersten Outfitfotos im Zimmer geknipst wurden - ohne Kopf und dem Wäscheberg im Hintergrund. Tatsächlich fingen aber wohl alle Blogger mal so an - Chiara Ferragni vielleicht ausgenommen.

Dabei merkte ich schnell : Je experimentierfreudiger ich war oder wurde, umso mehr Kommentare gab es für mich.
Außerhalb der Social Media Welt bedeutete das für mich zu diesem Zeitpunkt aber : Geh 5 Meter an bestimmten Menschen vorbei und bekomm "Ich hab noch gar nicht mein Outfit of the Day gepostet" hinterher.


Gerade das half mir aber. Ich probierte vieles aus. Vieles ging daneben - so zum Beispiel diese drei Outfits, die ich so heute nicht mehr tragen würde - aber ebenso lernte ich viel. Beispielsweise, dass Overknees mit Pfennigabsätzen nicht dazu geeignet sind, um einen ganzen Tag damit in der Uni umherzulaufen!

Wie es aber letztlich dazu kam, dass ich heute die Sachen trage, die - meiner Meinung nach - wirklich zu mir passen?

1. Weniger ist mehr. Rockig trifft Romantisch ist vollkommen ok.
Rockig trifft Romantisch, trifft Mustermix hingegen ist einfach nur drüber!

2. Basics sind ein Muss! Klingt abgedroschen, aber ein Blazer, das kleine Schwarze und eine perfekt sitzende Jeans sind oftmals schon die halbe Miete. Für letzteres habe ich allerdings auch Jahre gebraucht, bis ich sie endlich gefunden habe. Außerdem lassen sich "reine Farben", sprich Oberteile ohne Muster o.Ä. viel leichter kombinieren.

3. Modisch ist, was du daraus machst. Stars und Sternchen in den Magazinen dieser Welt sind ein guter Weg um Inspirationen zu sammeln, aber nur weil das neuste Klatschblatt sagt, dass Culottes diesen Herbst der letzte Schrei wären, heißt das noch lange nicht, dass du sie jetzt auch tragen musst, obwohl du sie alles andere als schön findest. Bleibe lieber den Dingen treu, die du schon lange wirklich schön findest und mische sie mit einfachen Trendteilen, wie zB einer neuen Tasche, so fühlst du dich auch nicht verkleidet.
4. Gestehe dir ein, dass nicht jede Frau alles tragen kann. Es gibt nun mal Schnitte, die nicht an jedem Körper gut aussehen, das ist Fakt. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Wenn du vieles ausprobierst, wirst du schnell merken, worin du dich wohl fühlst und worin nicht. Was deiner Figur schmeichelt, deine Vorzüge unterstreicht und was nicht. Wenn du dir trotzdem unsicher bist, frage Freundinnen, auf deren ehrliche - nicht verletzende! - Meinung du dich verlassen kannst. Vielleicht inspirieren sie dich auch dabei, deinen Stil zu finden.

5. Finde dein Signature Piece. Finde ein Teil, sei es nun eine Kette, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat oder eine Mantel, der dir unglaublich gut steht, von dem du denkst, dass es perfekt zu dir passt, deinen Charakter unterstreicht. Wenn es einfacher für dich ist, finde 4 Teile - für jede Jahreszeit eines. Der schwarz-goldene Ring aus diesem Post ist zum Beispiel eines meiner Signature Pieces. Ich trage ihn so oft, dass ich schon das eine oder andere Mal zu hören bekommen habe "Ach guck mal, Jana trägt wieder ihren Hexenring" ;)

Warum ich euch das alles erzähle?
Nun, ich möchte euch helfen. Natürlich kann ich euch nur sagen, was mir geholfen hat, ich erfinde das Rad sicher nicht neu und kann euch keine Wundertipps geben, aber vielleicht fühlt sich ja die Eine oder Andere von euch dadurch inspiriert, den heimischen Kleiderschrank mal auf Vordermann zu bringen und sich dabei selbst zu finden oder neu zu entdecken :)

Kommentare:

  1. sehr schöner Post!!
    und mir gefallen deine Regeln/Tipps whatever gut, weil du in ihnen niemandem was vorschreibst, ich schon ein paar dieser Posts gelesen und die hatten immer schon einen Touch des persönlichen Stils, ist ja überhaupt nicht schlimm, wenn man sich von dem Stil inspirieren lassen will, aber bei dir geht's ja darum, dass man das selbstständig entscheidet und sich dann inspirieren lässt :-)

    ich find das mit der Figur sehr wichtig, dass man weiß was einem richtig passt und das eben auch akzeptiert, denn ich find, dass man sich eben zu 100% wohlfühlen muss, da wirkt das Outfit irgendwie "besser" - ich hab schon einige Mädels in Outfits gesehen, die nicht meinem Stil entsprechen und trotzdem haben sie mich überzeugt, weil ich das Gefühl hatte, dass sie zu dem Mädchen passen.

    und ich muss jetzt endlich mal meine Key Pieces raussuchen, der Blogpost steht schon länger auf meiner Liste

    LG Katrin

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  2. Ich finde deine Tipps wirklich super toll, beschäftige mich in diesem Jahr ja nun schon lange mit genau diesem Thema. Ich finde auch jeder sollte gewisse Key Pieces im Kleiderschrank haben und natürlich einige Basics, aber die Key Pieces sind es dann doch, die den Stil ausmachen - und meine suche ich gerade noch. Merci für die tollen Tipps! :)

    PS: Ich finde es wirklich schade, dass man wenn man mal etwas anders aussieht als jedes Hipster Mädchen gleich nirgends mehr reinpasst oder fehl am Platz zu sein scheint - sind wir Ausserirdische die mit Cutouts bestraft worden, oder was? :D

    Bisous, deine Particia

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    1. Vielen Dank :)

      Ich habe das Gefühl, dass das vor allem in Städten passiert, die man nicht unbedingt mit Mode verbindet :'D
      Hier ist mir das schon öfters passiert, dass ich beim Feiern gefragt worden bin, warum ich dieses oder jenes trage, in Berlin hingegen hat's zB keinen Arsch interessiert, als ich fast die einzige mit High Heels in nem Rock Club war :D

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