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17.01.2014

Und, wovon wollt ihr erzählen, wenn ihr alt seid?


Manchmal kusieren auf Facebook ja neben kuscheligen Tiervideos (Aber hallo? Ohne könnte ich aber schließlich auch nicht!) und dem einen oder anderen Liebeskummer-Pärchen, die ja 4-ever zusammenbleiben-Status auch sinnvolle Dinge. Dinge, bei denen man einfach ein offenen Ohr haben muss. Dinge, die uns inspirieren, uns nachdenken lassen und Dinge, die uns letztendlich ein "Stimmt!" entlocken. Eines dieser Dinge war gestern kein Ding, sondern eine junge Frau. Julia Engelmann um genau zu sein.



Ich saß 5 Minuten wie paralisiert vor dem Pc und fühlte mich ertappt. 
Denn wovon wollte ich eigentlich erzählen, wenn ich alt bin?

Ich möchte von langen Nächten mit wahren Freunden berichten. Nächte, denen es an Erinnerung fehlt und deren Lücken mit Fantasie gefüllt werden müssen und die trotzdem nicht an Wirklichkeit verlieren, weil ich sie mit den wirklichen Menschen erlebte. Ich möchte sagen, dass ich neue Chancen bekam. Chancen, die sich mir nur boten, weil ich mich selber überschätze. Wenn ich mich zum Beispiel mit Hausarbeiten überschätze und sie in einer Nacht runtertippe. Chancen, die das Ganze dann ungeschehen machen sollten. Vor allem aber möchte ich sagen, dass ich diese Chancen genutzt habe und das ich meine Grenzen erforscht habe. Ich möchte berichten, wie ich die höchsten Berge erklomm und in die tiefsten Tiefen eintauchte. Und das vielleicht sogar im Evakostüm? Ich möchte mit Stolz erzählen, dass ich Sachen, die eigentlich zum Scheitern verurteilt waren, trotzdem immer und immer wieder versuchte. Ich möchte von Geschichten berichten, die zeigen, dass ich nicht so schnell aufgab. Lieber eine Sache 5-6 Mal ausprobieren und dann einsehen, dass es keinen Sinn macht, als beim ersten Mal schon alles hinzuschmeißen, oder? Ich möchte Geschichten übers Fallen und Aufstehen teilen. Ich möchte davon erzählen, dass ich es mal versucht habe vegetarisch zu leben. Ich möchte davon erzählen, dass ich dann doch nicht ohne Fleisch konnte. Ich möchte sagen können, dass ich doch irgendwann mal im Zelt in der freien Natur übernachtet habe. Ohne Angst vor Käfern oder riesigen Tieren, die mich fressen könnten. Ohne die Angst, dass plötzlich ein irrer Psychopath in meinem Zelt stehen könnte. (Zugegeben stehen die Chancen dafür relativ schlecht) Ich möchte erzählen, wie ich die Welt bereiste, wie ich Freunde in Menschen auf der ganzen Welt fand und ich möchte erzählen, wie ich frittierte Insekten aß. Ich möchte von der Liebe, von Leidenschaft und Leiden berichten. Aber vor allem will ich eines sagen können. Wenn ich alt bin, will ich auf mein Leben zurückblicken und sagen, dass ich glücklich war. Dass ich glücklich war, egal, ob ich meine persönliche Wunschlebensstory erfüllen konnte oder ob sich plötzlich und unerwartet andere Dinge ergeben. Ich will sagen, dass ich glücklich war, gerade weil sich unerwartete Dinge ergaben und vor allem will ich nicht erst im Alter feststellen, dass ich glücklich war. Die Sache mit dem Glücklichsein will ich konsequent leben. Im Hier und Jetzt. Ohne mich zu fragen, ob es naiv ist. Bis zum Ende.

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele. So so so wunderbar! Ich bin gerade total geflashed von dem Video und deinem Text. Gänsehaut! Lass uns Leben! :)

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  2. Ein unglaublich schöner Text. Das Video habe ich gestern auch von ganz vielen Freunden empfohlen bekommen, aber deine Worte gefallen mir fast noch besser muss ich sagen :)

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    1. Oh wow, danke dir! Das freut mich gerade sehr :)

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  3. hmm, ich find die gute etwas gruselig. text ist ok aber ich mag die umsetztung nicht. egal!

    lg
    http://rockinglace.blogspot.de/

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  4. Habe mir gerade einmal das Video angeschaut...WOW! So wahnsinnig gut und vor allem so wahnsinnig wahr. Man fühlt sich wirklich irgendwie ertappt. Für mehr Dopamin-Verschwendung!

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  5. Das Video und du haben recht... aber was ist, wenn man nur glaubt, all diese ausgefallenen Sachen machen zu müssen, um glücklich zu sein?Was ist, wenn man schon glücklich ist ? Und statt sich immer etwas Besseres, Aufregenderes zu wünschen, sollte man vielleicht nur den Moment genießen, auch in seiner Einfachheit..

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    1. Genau dafür "ruder" ich in den letzten Sätzen ja zurück :)

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  6. Yolo, Snitches.Ihr träumt doch immer nur vom gleichen Scheiß. http://youtu.be/oGWgTr82zHo Euer Erlebnishunger kommt aus der Konsum-Konserve. Und selbst diese Alltagsflucht verpasst ihr, so die Klage. Selbst wenn ihr angepassten Kümmerexistenzen den feigen Arsch je hochbekommt, um auf ein Dach zu steigen und dort den Fun zu suchen - Die paar Selfies davon machen euer Leben nicht fett. Wenn ihr alt seid und in der Facebook-Timeline kramt, wird euch nerven, dass ihr wie Touristen gelebt habt. Ihr habt es versäumt, eine Haltung zu entwickeln und euch einzumischen. Ich wünsch mir mehr tatkräftigen Idealismus statt mehr Vergeudung. Geht auf eure Mission, gebt eurem Streben eine Richtung.

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